Pressemitteilung: Veranstaltung von Dr. Arne Elsen erfolgreich verhindert!

Die Veranstaltung von Dr. Arne Elsen in Wildeshausen hat nicht stattgefunden, ein großer Erfolg für die Arbeit des Aktionsbündnisses gegen LGBITQ*-Feindlichkeit in den letzten Wochen!
Vor allem aber wurde an der Verhinderung des Seminars und Gottesdienstes deutlich, dass viele Menschen bereit sind, Arne Elsens rückschrittlicher und menschenverachtender Ideologie entgegenzutreten und sich solidarisch zu zeigen. In kürzester Zeit ist viel passiert und das Bündnis wurde breit unterstützt.

Erst vor wenigen Wochen konnten wir darüber berichten, dass die Musikschule den Vertrag mit der Freien Christengemeinde Wildeshausen gekündigt hatte. Wir waren sehr erfreut über die schnelle Reaktion von Herrn Jung, die Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung zu stellen, nachdem er von der Kritik an dem Auftritt Elsens Kenntnis erhielt. Herrn Elsens Ansicht, Homosexualität sei etwas, das durch „Dämonenaustreibungen“ bekämpft werden solle, zeugt von einer enormen Feindlichkeit gegenüber Lebensformen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen. Die Weltanschauung dieses vorgeblichen „Schwulenheilers“ und seine „Therapieangebote“ konstruieren homosexuelle Menschen als Kranke, die Hilfe benötigten und stigmatisieren sie somit. Darüber hinaus haben die „Heilungstherapien“ oft schwerwiegende Folgen für die Betroffenen, die bis zum Suizid reichen können. Menschen wie Dr. Arne Elsen tragen dazu bei, das Bild von gesunder und kranker, bzw. richtiger und falscher Liebe und Sexualität aufrecht zu erhalten. Das Bild von einer Gesellschaft, in der Menschen und ihre Bedürfnisse kategorisiert werden.

In den letzten Wochen forderten wir alle Inhaber*innen vergleichbarer Lokalitäten auf, keine Ausweichmöglichkeiten anzubieten. Dies war erfolgreich, denn die Veranstaltung konnte nicht stattfinden. Wir bedanken uns bei allen Menschen die sich solidarisch mit uns verhalten haben und dazu beitrugen, dass die Veranstaltung nicht stattfinden konnte.

Wir freuen uns über den Erfolg in Wildeshausen! Aber es geht weiter, denn Dr. Arne Elsen dürfen wir keine Gelegenheit lassen, seine menschenverachtende und rückschrittliche Ideologie zu verbreiten. Es gib noch weitere Veranstaltungen in anderen Städten, die es zu verhindern gilt.

Pressemitteilung: Keine Plattform für den „Schwulenheiler“ Dr. Arne Elsen in Wildeshausen!

Das Aktionsbündnis gegen LGBITQ*-Feindlichkeit begrüßt die Entscheidung des Leiters der Kreismusikschule in Wildeshausen, Rafael Jung, den Vertrag mit der Freien Christengemeinde Wildeshausen zu kündigen. Diese wollte in den Räumlichkeiten der Musikschule am 19. Juli eine Veranstaltung mit Dr. Arne Elsen durchführen, einem selbsternannten „Schwulenheiler“, wie der NDR berichtete.
Wir sind sehr erfreut über die schnelle Reaktion von Herrn Jung, die Räumlichkeiten nicht mehr zur Verfügung zu stellen, nachdem er von der Kritik an dem Auftritt Elsens Kenntnis erhielt.

Herrn Elsens Ansicht, Homosexualität sei etwas, das durch „Dämonenaustreibungen“ bekämpft werden solle, zeugt von einer enormen Feindlichkeit gegenüber Lebensformen, die nicht der heterosexuellen Norm entsprechen. Die Weltanschauung dieses vorgeblichen „Schwulenheilers“ und seine „Therapieangebote“ konstruieren homosexuelle Menschen als Kranke, die Hilfe benötigten und stigmatisieren sie somit. Darüber hinaus haben die „Heilungstherapien“ oft schwerwiegende Folgen für die Betroffenen, die bis zum Suizid reichen können. Menschen wie Dr. Arne Elsen tragen dazu bei, das Bild von gesunder und kranker, bzw. richtiger und falscher Liebe und Sexualität aufrecht zu erhalten. Das Bild von einer Gesellschaft, in der Menschen und ihre Bedürfnisse kategorisiert werden.

Wir fordern nun alle Inhaber*innen vergleichbarer Lokalitäten auf, keine Ausweichräumlichkeiten für diese Veranstaltung anzubieten. Ebenfalls rufen wir die Freie Christengemeinde Wildeshausen dazu auf, von einer Veranstaltung mit Herrn Elsen abzusehen, wenn sie wirklich, wie in der NWZ zu lesen war, „keine homophobe Gemeinde“ ist. Selbst wenn Herr Elsen an dem Termin in Wildeshausen keine „Heilungen“ von Homosexuellen praktizieren würde, so ist doch jede Zusammenarbeit mit einem Menschen, der Homosexualität als Krankheit erachtet, abzulehnen.
Sollte Herrn Elsen dennoch eine Auftrittsmöglichkeit in Wildeshausen geboten werden, werden wir vom Bündnis zu Gegenprotesten mobilisieren.

Musikschule kündigt Vertrag!

Wir können einen ersten Erfolg erzielen:
Der Leiter der Kreismusikschule in Wildeshausen kündigt den Vertrag mit der Gemeinde der Freien Christen in Wildeshausen, welche Dr. Arne Elsen eingeladen hatte.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Dr. Elsen nun gar nicht nach Wildeshausen kommen wird, denn es gibt auch noch andere Lokalitäten. Wir werden das im Auge behalten. Das Problem, das wir in der Veranstaltung sehen ist natürlich nicht aus der Welt, nur weil die Veranstaltung voraussichtlich nicht in Wildeshausen stattfinden wird.

Spätestens Anfang September kommt Dr. Arne Elsen wieder in die Gegend, nach Norden, um dort Heilungsgottesdienste zu halten.
Wir werden auch diese Veranstaltung nicht aus den Augen verlieren und hoffen mit Menschen aus Norden auch diese verhindern zu können.
Außerdem haben wir vor, uns in Hamburg, wo Dr. Elsen seine Praxis hat, zu vernetzen um möglicherweise längerfristig eine Veränderung zu erreichen.

Vielen Dank an alle, die sich bis jetzt beteiligt und unser Anliegen verbreitet haben. Vor allem ein Dank an alle, die selbst aktiv sind!
Wir haben mit Euch zusammen damit deutlich gemacht, dass mittelalterlich anmutende Praktiken und Ansichten wie »den Dämon der Homosexualität austreiben« keinen Platz in unserer Gesellschaft haben und auch nicht haben werden!

Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Die Rede vom CSD in Oldenburg

Wir waren letzten Samstag mit einer Rede auf der Abschlusskundgebung des CSD in Oldenburg vertreten. Hier nun der Text der Rede zum nachlesen:

Hallo,

wir, das Aktionsbündnis gegen LGBITQ*- Feindlichkeit, gegründet wegen des geplanten Auftritts von Dr. Arne Elsen in Wildeshausen, möchten von einem weniger erfreulichen Anlass berichten.

Obwohl sich bereits vieles geändert hat, gibt es in Deutschland noch immer PsychiaterInnen, PsychotherapeutInnnen, Heilpraktiker*innen und selbst ernannte HeilerInnen, die meinen, Homosexualität wäre etwas, von dem irgendjemand befreit werden müsste. Noch immer gibt es Menschen die glauben, die sexuelle Orientierung anderer Menschen wäre eine Krankheit. Absurd, aber dennoch existent sind Angebote, in denen Sexualität umgepolt werden soll. Die angeblichen Therapiemöglichkeiten etwa, die der „Bund Katholischer Ärzte“ angibt, reichen von Seelsorge über Entgiftungskuren bis hin zu Behandlungen von Erbkrankheiten, die verantwortlich dafür sein sollen, wen mensch liebt und wen nicht.

Die einen wollen Homo- und Bisexualität therapieren – fragen nach einschneidenden Erlebnissen in der Kindheit oder Unzufriedenheit mit der eigenen Person, die anderen wollen sie durch beten heilen und ihnen bösartige Geister austreiben und glauben sie könnten einen Menschen so zum heterosexuellen Bewahrer der bürgerlichen Nation machen.
Die Therapieversuche haben für die Betroffenen oft schwere Folgen. Das Gefühl zu haben, man sei in der Therapie gescheitert, kann zu Ängsten vor sozialer Isolation und Depression bis hin zu Suizidalität reichen.

Die Ansätze sind vielfältig, gemein haben sie jedoch eine Annahme: nicht heterosexuelle Liebe ist falsch, sie ist krank und sie muss geheilt werden. Das ist eine Annahme, die in fast allen Gesellschaften verinnerlicht und institutionalisiert ist. Im ICD z.B, der internationalen statistischen Klassifikation von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen wurde gleichgeschlechtliche Liebe noch bis 1991 als Krankheit aufgeführt. Der §175, der sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte, wurde erst 1994 endgültig aus dem StGB gestrichen.
Die historischen Ursachen für diese Entwicklung sind genauso Vielfältig, wie die Interessen, die hinter der Aufrechterhaltung des bürgerlichen Ideals der heteronormen Familie stehen.

Wir berichten dies, da es am 19. Juli in Wildeshausen eine Veranstaltung von einem gewissen Dr. Arne Elsen geben wird, der unter Anderem angibt, Homosexualität durch „Dämonenaustreibungen“ heilen zu können. Der Veranstaltungsort ist die Musikschule des Landkreises Oldenburg in Wildeshausen, welche jährlich mit ca. einer halben Millionen Euro vom Landkreis finanziert wird, wie dem Haushaltsbericht des Landkreises zu entnehmen ist. Wir fordern, dass die Veranstaltung abgesagt wird! Denn es kann nicht sein, das solche menschenverachtende Ideologien in öffentlichen Räumen Platz bekommen!

Menschen wie Dr. Arne Elsen tragen dazu bei, das Bild von gesunder und kranker, bzw. richtiger und falscher Liebe und Sexualität aufrecht zu erhalten. Das Bild von einer Gesellschaft, in der Menschen und ihre Bedürfnisse kategorisiert werden. Das Bild einer antiaufklärerischen Weltsicht, in der die willkürlichen Auslegungen der Bibel für alle Fragen des Lebens herhalten sollen.

Diesem „Arzt“ dürfen wir keine Gelegenheit lassen, seine menschenverachtende und rückschrittliche Ideologie zu verbreiten. Lasst uns ihm am 19.07 geschlossen entgegentreten und für eine Gesellschaft einstehen, in der freie Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Für eine Gesellschaft jenseits von bürgerlichen Kategorien, eine Gesellschaft in der Sexualität ohne Identitätszwang gelebt werden kann.

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Am Samstag sind wir außerdem mit einem Redebeitrag auf dem CSD Nordwest in Oldenburg vertreten. Schaut vorbei!